50 Jahre musste BMW M alt werden, ehe der erste M3 Touring das Licht der Welt erblickte. Jetzt ist es so weit: Der 510 PS starke Competition-Kombi verbindet den Antrieb der M3-Limousine mit einem Gepäckraum, der auch für den nächsten Ausflug in die Berge reicht. Und er hat bereits eine beeindruckende Nordschleifenzeit vorzuweisen.

Premiere nach 50 Jahren M GmbH
Ein M3 als Touring? Was für BMW-Fans längst überfällig ist, wird 2022 Wirklichkeit. „Der M3 Touring ist ein Herzensprojekt der M GmbH“, sagt Projektleiter Robert Pilsl. Technisch möglich macht den schnellen Kombi die Übernahme des Allradantriebs und der Hinterachse aus der M3-Limousine. Dass der Ansatz funktioniert, zeigt die Nürburgring-Nordschleife: Mit 7:35,060 Minuten stellt der Touring einen Rekord für Kombis auf.

510 PS und 1.510 Liter Ladevolumen
BMW bietet den M3 Touring ausschließlich als Competition mit Achtgang-Automatik an. Der Antrieb leistet 375 kW (510 PS) und entwickelt 650 Nm Drehmoment. Damit hat der Münchner 60 PS mehr als der Audi RS4 Avant. Der Sprint von null auf 100 km/h dauert 3,6 Sekunden; mit dem optionalen M Driver’s Package sind bis zu 280 km/h möglich.
Bei aller Leistung bleibt der M3 Touring ein Kombi: Hinter der Heckklappe warten 500 Liter Gepäckraum, mit umgelegten Rücksitzlehnen werden daraus 1.510 Liter. Das Auto misst 4,79 Meter in der Länge. Sein Leergewicht liegt ohne Fahrer bei 1.865 Kilogramm und damit 85 Kilogramm über dem der Limousine.
Karosserie: Zusätzliche Verstärkungen am Heck
Ein schneller Kombi muss nicht nur geradeaus beschleunigen, sondern auch eine ausreichend steife Karosserie besitzen. Anders als die Limousine hat der Touring keine feste Hutablage mit einer stabilisierenden Struktur zwischen den C-Säulen. BMW verbindet deshalb das Strebenpaket aus M3 und M4 über einen zusätzlichen Strebenbock hinter der Hinterachse mit weiteren Verstärkungen. Auf ein Panorama-Glasdach verzichten die Ingenieure – auch im Interesse von Gewicht und Steifigkeit.
Fahrwerk und Allradantrieb wie bei den M-Modellen
„Ein BMW M3 muss sich auch als Touring fahren wie ein M3“, sagt Pilsl. Bis zur B-Säule entspricht der Touring weitgehend seinen M-Verwandten, die wesentlichen Anpassungen finden am Heck statt. Dachspoiler und Diffusor sollen bei hohem Tempo für Abtrieb sorgen. Auffällig sind die breiten hinteren Radhäuser über den 285er-Reifen, deren Lack BMW mit einer Schutzfolie gegen Steinschlag schützt.
Das Fahrwerk wird eigens auf die Kombikarosserie abgestimmt. Dazu kommen ein aktives Hinterachsdifferenzial und ein heckbetont ausgelegter Allradantrieb. Der Fahrer kann zwischen 4WD und 4WD Sport wählen. Wird die Fahrstabilitätsregelung deaktiviert, ist auch reiner Hinterradantrieb möglich.
Cockpit, Preis und Marktstart
Im Innenraum hält die bekannte M-Bedienwelt Einzug: große App-Kacheln, Touchscreen, digitale Instrumente mit sichelförmigen Anzeigen, Dreh-Drücksteller und Head-up-Display. Ab Dezember 2022 soll der M3 Touring bei den Händlern stehen. Der Einstiegspreis beträgt 97.800 Euro und liegt damit 1.000 Euro über dem M3 Competition mit xDrive.
BMW erwartet besonders viel Interesse aus Deutschland und Großbritannien. Auch in weiteren europäischen Ländern, Japan und Australien rechnet der Hersteller mit Käufern. In den USA wird der M3 Touring dagegen nicht angeboten. Ob die Nachfrage so groß ausfällt wie von Projektleiter Pilsl erhofft, wird sich nach dem Marktstart zeigen.
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