Porsche 944 Shooting Brake

CarPoint GT-K44: Porsche 944 wird zum Shooting Brake

Ein Porsche 944 mit langem Dach und großer Heckklappe: Was klingt wie ein nie verwirklichtes Werksmodell, ist jetzt ein Einzelumbau aus Karlsruhe. Der Porsche-Spezialist CarPoint verwandelt das Coupé in den GT-K44 – einen zweitürigen Shooting Brake mit deutlich mehr Ladezugang und Platz für individuelle Wünsche. Das erste fertige Auto basiert auf einem 944 S2 mit 3,0-Liter-Vierzylinder und 211 PS.

Eine alte Idee wird zum neuen Projekt

Die Idee begleitet CarPoint-Gründer Andreas Freund schon seit Jahrzehnten. Mitte der 1980er-Jahre fuhr er einen ungewöhnlichen Porsche 924 Turbo mit Kombiheck. Der Umbau stammte vom damaligen Auto-Spezialisten Günter Artz aus Hannover. Freund nutzte den Wagen unter anderem für Wochenendfahrten an den Gardasee. Später wurde er in Paris versteigert – die Erinnerung an den besonderen Porsche blieb.

Ein konkretes neues Projekt entstand Anfang 2026. Freund und Designer Michael Söhngen sprachen darüber, das Konzept auf Basis des Porsche 944 wieder aufzugreifen. Söhngen überraschte Freund anschließend mit einer Designstudie: ein grüner 944 mit verlängerter Dachlinie und Sitzen im klassischen Pasha-Muster. Aus der Zeichnung wurde der GT-K44.

Porsche 944 Shooting Brake

Der Name verbindet den Anspruch als Gran Turismo mit der Modellbezeichnung 944. Das erste Exemplar setzt Söhngens Entwurf in Oak Green und mit Pasha-Interieur um.

Umfangreicher Umbau der Karosserie

Für den GT-K44 wird ein 944 Coupé an Dach und Heck grundlegend verändert. Die Dachlinie wandert nach hinten, die hinteren Seitenteile werden neu aufgebaut und auch die B-Säulen müssen an die geänderte Fenster- und Dachform angepasst werden. Große hintere Seitenfenster prägen die neue Silhouette.

Die originale Heckklappe aus Glas weicht einer individuellen Konstruktion aus Blech. Sie reicht bis hinunter zum Stoßfänger und greift zugleich ungefähr 40 Zentimeter weit in das Dach hinein. Dadurch lässt sich der Gepäckraum nicht nur von hinten, sondern teilweise auch von oben beladen. Das kann beim Verstauen größerer Gegenstände helfen.

Porsche 944 Shooting Brake

Auch die Rückleuchten des 944 werden in die neue Heckgestaltung integriert. Ihre ursprünglich durchgehenden Einheiten bestehen aus sechs rechteckigen Segmenten. Beim GT-K44 bleiben die äußeren vier Segmente auf jeder Seite an der Karosserie; die beiden inneren werden als separate Reflektorelemente in die Heckklappe versetzt. So befinden sich die aktiven Leuchten außerhalb des beweglichen Bauteils. Ein drittes Bremslicht im Dachspoiler, eine moderne Dachantenne und ein Heckscheibenwischer ergänzen den Umbau.

Die Rückbank bleibt erhalten

Trotz des neuen Hecks soll der GT-K44 mehr sein als ein Zweisitzer mit großem Laderaum. Die serienmäßige Rückbank des 944 bleibt erhalten. Für den veränderten Dachverlauf fertigt CarPoint einen passenden Dachhimmel und überarbeitet die hinteren Innenverkleidungen samt Übergängen zu den neuen Seitenfenstern.

Beim Interieur ist das Pasha-Muster nur eine mögliche Variante. Auch Stoffe und Muster wie Tartan oder Pepita sind vorgesehen. Wer möchte, kann den Innenraum vollständig neu gestalten lassen. Denkbar sind etwa Turbo-Sitze, Sitzheizung, Lordosenstützen oder ein anderes Lenkrad. Moderne Audio-, Navigations- und Soundsysteme können ebenfalls in das individuelle Konzept einfließen.

Porsche 944 Shooting Brake

944 S2 oder Turbo als Basis

Das erste fertige Fahrzeug nutzt den 944 S2 mit 211 PS. CarPoint empfiehlt außerdem die Turbo-Versionen mit 220 oder 250 PS. Schalt- und Automatikgetriebe sind grundsätzlich möglich; die gewünschte Getriebevariante muss allerdings bereits im Spenderfahrzeug vorhanden sein.

Porsche 944 Shooting Brake

Das Auto für den Umbau stellt der Kunde. Wer noch keinen passenden 944 besitzt, kann CarPoint bei der Suche nach einem geeigneten Basisfahrzeug ansprechen. Sinnvoll ist ein Spender, dessen Motorisierung, Getriebe, Farbe und Ausstattung möglichst gut zur geplanten Ausführung passen.

Zusätzlich zum Karosserieumbau sind verschiedene Räder, Fahrwerkslösungen, Abgasanlagen und Leistungssteigerungen möglich. Jedes Fahrzeug wird nach den Wünschen des künftigen Besitzers zusammengestellt.

Handarbeit über mehrere hundert Stunden

Der GT-K44 entsteht nicht als standardisierter Umbausatz. CarPoint verändert und ergänzt Dach, B-Säulen, Seitenteile und Heck individuell. Danach folgen Karosseriearbeiten, Schweiß- und Anpassungsarbeiten, Lackierung und Montage. Zum vorgesehenen Umfang gehört eine komplette Außenlackierung einschließlich der Türfalze. Bei einem Farbwechsel kann auch der Motorraum – wie beim Präsentationsfahrzeug – schwarz lackiert werden.

Porsche 944 Shooting Brake

CarPoint beziffert den Aufwand auf mehrere hundert Arbeitsstunden pro Fahrzeug. Die Firma restauriert seit den 1980er-Jahren klassische Porsche und britische Sportwagen. Zu den früheren Projekten zählen unter anderem ein Jaguar Mk II mit moderner Technik, ein MGB mit 3,9-Liter-V8 und ein Austin-Healey 3000 mit Kombiheck. Außerdem entwickelt und produziert CarPoint Ersatzteile für ältere Porsche-Modelle.

Ab 100.000 Euro netto

Der Umbau eines vom Kunden gestellten Porsche 944 beginnt bei 100.000 Euro netto. Sonderausstattungen und zusätzliche Arbeiten kommen individuell hinzu; das Spenderfahrzeug ist nicht im Preis enthalten. Die Abnahme der umfangreichen Karosserieänderungen durch einen amtlich anerkannten Sachverständigen nach § 21 StVZO ist laut CarPoint im Umbaupreis enthalten. Gebühren für die Erteilung der Betriebserlaubnis und die Änderung der Fahrzeugpapiere trägt der Kunde.

Die Übergabe erfolgt in Karlsruhe. Ein Transport des Fahrzeugs lässt sich gegen Aufpreis organisieren.

Der GT-K44 ist damit weniger eine fest definierte Modellvariante als ein maßgeschneidertes Projekt. Er verbindet die Technik und Grundform des Porsche 944 mit einer Karosserieform, die Porsche selbst für diesen Klassiker nie angeboten hat.

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