Elektro-Kombis – Originalfoto aus Auto Test und Technik

Elektro-Kombis im Vergleich: VW ID.7 Tourer, MG5, BMW i5 und Audi A6 e-tron

Der Kombi galt lange als deutsche Paradedisziplin. Mit dem Wechsel zum Elektroantrieb geriet die praktische Karosserieform zunächst ins Hintertreffen: Große Akkus und die Vorliebe der Hersteller für hoch bauende SUV prägten das Angebot. Doch jetzt zeichnet sich ab, dass der elektrische Kombi zurückkommt. Ein Blick auf vier sehr unterschiedliche Konzepte zeigt, wie viel Platz, Leistung und Ladetempo die Hersteller in Aussicht stellen.

VW ID.7 Tourer: Viel Platz und gute Aerodynamik

Volkswagen plant mit dem ID.7 Tourer die Kombiversion seiner elektrischen Mittelklasse. Trotz des zusätzlichen Gepäckraums sollte die Karosserie mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,24 nur knapp hinter der Limousine liegen. Das Ladevolumen bezifferte die damalige Vorschau auf 545 bis 1.714 Liter. Als Antrieb stand der 210 kW (286 PS) starke Elektroantrieb im Raum, dazu Batterievarianten mit 77 beziehungsweise 85 kWh nutzbarer Kapazität. Für das Schnellladen wurden bis zu 200 kW genannt. Gerade der große Kofferraum machte den ID.7 Tourer zum Gegenentwurf zum Elektro-SUV.

MG5 Electric: Der kompakte Pragmatiker

Während die deutschen Hersteller ihre Kombis noch vorbereiteten, war der MG5 Electric bereits erhältlich. Mit 4,60 Metern Länge blieb er kompakter und bot 479 bis 1.367 Liter Stauraum. Die kleinere Batterie mit 50,3 kWh nutzte LFP-Zellen und war mit einem 130 kW (177 PS) starken Motor kombiniert; die 61,1-kWh-Version setzte auf NMC-Zellen und 115 kW (156 PS). Die damaligen WLTP-Reichweiten betrugen 320 beziehungsweise bis zu 400 Kilometer. Beide Varianten hatten Frontantrieb, 280 Nm Drehmoment und erreichten maximal 185 km/h. Mit 11 kW AC und bis zu 87 kW DC war das Ladetempo eher bescheiden. Dafür konnte der MG5 externe Geräte mit Strom versorgen.

BMW i5 Touring: Elektrische Oberklasse mit Leistung

Auch BMW bereitete seinerzeit einen elektrischen Touring vor. Für das Frühjahr 2024 war der i5 Touring angekündigt, zunächst mit weitgehend unbekanntem endgültigem Erscheinungsbild. Die Vorschau orientierte sich deshalb an den bereits vorgestellten Antrieben der i5-Limousine: 250 kW (340 PS) und 430 Nm beim heckgetriebenen eDrive40 sowie 442 kW (601 PS) und bis zu 820 Nm beim allradgetriebenen M60. Als gemeinsame Batteriegröße wurden 81,2 kWh netto genannt. Damit sollte der i5 Touring das klassische BMW-Kombi-Konzept in die Elektrowelt übertragen.

Audi A6 Avant e-tron: 800 Volt als Trumpf

Audi verfolgte beim elektrischen A6 Avant einen anderen technischen Weg als BMW: Statt einer Plattform für Verbrenner und Elektroautos sollte die rein elektrische Premium Platform Electric (PPE) zum Einsatz kommen. Die 2022 gezeigte Studie A6 Avant e-tron maß 4,96 Meter in der Länge, 1,96 Meter in der Breite und 1,44 Meter in der Höhe. Zwei Elektromotoren leisteten zusammen 350 kW (476 PS). Eine Batterie mit 100 kWh, eine in Aussicht gestellte Reichweite von rund 700 Kilometern und bis zu 270 kW Ladeleistung dank 800-Volt-Technik machten das Konzept besonders interessant. Laut damaliger Ankündigung sollte ein Ladevorgang von fünf auf 80 Prozent weniger als 25 Minuten dauern.

Vier Ansätze für denselben Wunsch

Schon jetzt zeigt sich, wie unterschiedlich Hersteller den Elektro-Kombi interpretierten: MG setzte auf ein kompaktes, vergleichsweise bodenständiges Auto, Volkswagen auf reichlich Stauraum und Effizienz, BMW auf Leistung und bekannte Oberklasse-Tugenden, Audi auf eine konsequent elektrische Architektur und schnelles Laden. Gemeinsam war ihnen der Versuch, den Nutzwert eines klassischen Kombis mit elektrischem Antrieb zu verbinden.